Unsere dritte Geburt – wieder etwas schlauer geworden :)

Also inzwischen denkt man, wenn man das dritte Kind bekommt, ich weiß genau was auf mich zukommt, aber ehrlich gesagt, gibts immer wieder etwas Neues zu erleben und zu lernen.

Beim ersten Mal, so ohne weitere Verpflichtungen im Hinterkopf, da kann man sich Zeit lassen. Die Schmerzen kommen zwar viel schneller – bei mir damals bereits ab dem 1 cm – und es dauert einfach ewig – zumindest in den meisten Fällen – bis sich der Muttermund mal begnügt sich nach und nach zu öffnen. Bei uns waren es damals 9 Std. gewesen und bei gut 6 cm und vielen vielen Schmerzwehen, hatte ich mir eine PDA gegönnt. Das war himmlisch! Ab da an, verspürte ich kaum noch was und konnte mich gut erholen. Die Wehen waren  nur noch ein kaum spürbares Ziehen und die Presswehen wie ein normaler Klogang. Also überhaupt nicht schlimm, aber leider wurde der Blasensprung verpasst und meine Große hatte damals verunreinigtes Fruchtwasser und und und sodass sie sich leider eine Blutvergiftung einfing und für 10 Tage auf der Intensivstation gelandet ist. Es ist einfach jede Menge schief gelaufen, aber Hauptsache ist: es ging ihr zum Glück von Tag zu Tag besser und fürs nächste Mal waren wir wieder schlauer. Auf jeden Fall würden wir wo anderes entbinden, denn wäre ich keine Krankenschwester und hätte sie nicht auf die Atmung meiner Großen aufmerksam gemacht, hätten sie sie bei uns gelassen, nicht nochmal untersucht, nicht den Chefarzt geholt und sie wäre nicht sofort behandelt worden und da ihre Entzündungswerte bei 96 lagen und bei 100 man schon an der Schwelle zum Übergang ist, war es doch einwenig knapp! Es wäre nicht so kritisch gewesen, wenn wir nicht 4 Std. nach der Geburt verloren hätten. Es war Nacht, die Ärztin war müde, war gleich wieder weg und die Hebamme allein mit noch anderen Geburten beschäftigt, es kamen einfach viele Faktoren zusammen, die nicht so ideal waren und wenn man selbst vom Fach ist (ich gehe nicht näher ins Detail was noch alles nicht so gut abgelaufen ist, denn es sind wirklich seltene Fälle und ich will niemanden Angst machen), dann geht man lieber mal woanders hin und versucht eine andere Erfahrung zu machen.

Naja, jedenfalls war ich nach gut drei Tagen wieder fit und meine Große kam nach gut 10 Tagen endlich nach Hause. Hat sich gut erholt und prächtig entwickelt, dass ist das Wichtigste was zählt!

Bei der zweiten Geburt probierten wir ein anderes Krankenhaus aus, wo wir gleich wirklich gut betreut waren. Leider hatten wir nicht gleich jemanden für unsere Große, sodass ich bis kurz vor der Geburt alleine war. Ich kann euch sagen, wenn man allein vorm Bett steht oder liegt, weil sich die Hebamme kaum sehen lässt – es war wiedermal Nacht – da kommt einem die Zeit schon sehr lange vor. Es war noch dazu eine vom alten Stand, die mir gleich klar machte, ich soll das ja ohne Schmerzmittel durchziehen! Das war nicht ganz so toll gewesen, aber in der Früh, halbe Std. bevor meine Kleine zur Welt kam, war Schichtwechsel, dass war dann ganz gut. Ich bekam eine junge, aufgeschlossene Hebamme, die mich super unterstützte und kurz vor der Geburt noch meinen Mann holte. Ich kann nur jeden empfehlen sich rechtzeitig jemanden zu organisieren, denn so allein, gut zwei Std. vor der Geburt, da ist eine Ablenkung schon nicht schlecht. Mann konzentriert sich dann so sehr auf die Schmerzen, dass es einem noch schlimmer und länger vorkommt. Aber ansonsten ist es gut abgelaufen, Baby kam gut und schnell zur Welt, mir gings gut – nachdem die höllischen Presswehen zu Ende waren – das war das Wichtigste und nach 3 Std. gingen wir happy und zufrieden nach Hause. Es war Donnerstag gewesen und am Wochenende waren wir alle so fit, dass wir die Geburtstage von der Großen und Mami und die Geburt feiern konnten. Also bis auf das Alleinsein, war es eine gute Geburt.

Auf das dritte Mal war ich jetzt echt gespannt, dachte mir hoffentlich geht es schnell und tut weniger weh. Tja, war doch wieder etwas anders wie erwartet. Es ging damit los, dass ich am Nachmittag Bauchweh bekam, nicht schlimm, aber unangenehm. Ich dachte mir nicht viel dabei, denn ich hatte noch zwei Wochen zum Termin und das typische Zwicken und Ziehen im Unterleib war nicht da. Also vielleicht nur wieder zuviel Obst gegessen 😉 Aber bis zum Abend hin und bevor mein lieber Mann von der Spätschicht gegen 23 Uhr kam, da war das Zwicken schon angekommen. Aber immer noch nicht der Rede wert. Dachte mir, entweder sind es Senkwehen und leichte Probewehen. Ich hatte mir zur Sicherheit alles hergerichtet, von der Kliniktasche bis zu den Anziehsachen und Essen der Mädels. Sicher war sicher! Dann gingen wir schlafen und dachten nicht weiter drüber nach. Aber gegen 1.30 Uhr weckte mich das Ziehen im Bauch auf und ich ging noch träumend ins Badezimmer. Als mir relativ viel Blut und Schleim entgegen sah, als ich spülen wollte, da war ich dann schlagartig wach. Sofort weckte ich meinen Mann auf und sagte, wir müssen sofort unseren Babysitter verständigen, nicht das es dann auf einmal ganz schnell geht. Unser Babysitter, eine gute Bekannte, hatte genau an dem Abend ihr Handy beim Aufladen und es nicht gehört. Deshalb haben wir nicht lange gewartet und mein Mann fuhr sie abholen. Nach gut einer Std. waren sie da und ich hatte alles zur Abfahrt bereit. Aber irgendwie waren die Wehen nicht recht vorangeschritten, alle 6 – 7 Minuten. Genug Zeit um noch einwenig abzuwarten, bis die Kleinen wach werden, zumindest unsere Große. Also ruhten wir nochmal alle auf der Couch und gegen 6 Uhr wurde dann die Große wach. Wir sagten ihr, dass der kleine Bruder jetzt an Mamis Bauch klopft und wir dann zum Arzt fahren müssen und sie heute, als große Schwester auf ihre kleine Schwester aufpassen kann und der Freundin helfen kann. Das fand sie toll und war ganz stolz 🙂 wir machten uns auf den Weg und waren gegen halb 7 im Krankenhaus. Wir waren erst bei 3 cm, also sind wir viel Treppen gelaufen, spazieren gewesen und Tee getrunken. Die Hebamme meinte, dass das nicht unüblich ist, dass sich das dritte Kind zwar zeitig bemerkbar macht, aber länger Zeit lässt. Es war ein langer Vormittag, die Wehen schritten nur langsam voran und erst gegen 11 Uhr wurde es mal mehr und mehr, da waren wir dann endlich zwischen 6 und 7 cm. Schmerzen waren überhaupt nicht wild und ich muss sagen, selbst bis gut 8 cm waren sie noch gut wegzuatmen. Diesmal bin ich auf Rat der Hebamme viel gestanden, ich finde da kann man sie viel schneller wegatmen und sie sind nicht so stark, auch wenn sie voranschreiten. Sie gab mir den Tipp ich soll mich im Stehen ans Bett lehen und nach vorne beugen. Die ersten Wehen taten mehr weh, aber danach war es wieder eine sehr angenehme Position – die kann ich nur empfehlen! In der letzten halben Std. war das Stehen kaum noch möglich, da hab ich mich dann aufs Bett hingekniet und wenn Wehen kamen, nach vorn gebeugt, war auch gut auszuhalten. Kann ich auch weiterempfehlen – und vor allen wenn man nicht mehr kann und merkt, jetzt könnte es soweit sein, dann braucht man sich nur hinlegen und muss nicht noch irgendwo hochklettern 🙂 irgendwann war es dann soweit, ich wusste ich muss mich hinlegen und dann würden die Presswehen losgehen, davor hat es mir am meisten und fast als einziges gegraut. Die tun einfach sooo weh, man kann es nicht beschreiben. Die Wehen sind schon schlimm, aber das Pressen, ich hasse es!!!!! Dieses Auseinandergezogen werden und dann das Brennen – oh mein Gott!!!! War sooo froh, als er nach kurzer Zeit draußen war. Die Hebamme meinte, ihr wären noch gut zwei Wehen recht gewesen, es war ihr schon fast zu schnell gegangen, aber ich war heil froh, als es einfach nur vorbei war. Und so sehr man sich dann über sein Baby freut, ist man froh, mal kurz Zeit für sich zu haben. Aber wirklich viel kriegt man nicht, denn schon kommen die Ärzte um die Ecke und fangen an zu spritzen und zu nähen. Ich weiß nicht wie es Euch gegangen ist oder gehen wird, aber man ist so froh, wenn man seinen Intimbereich nur für sich hat und niemand mehr an einem herumdoktort.  Und wiedermal hatte unser Baby die Nabelschnur zweimal um den Hals, aber nicht weiter tragisch gewesen, somit war er sogleich fit und munter und konnte fleißig schimpfen. Wir waren überglücklich, dass er so gut und gesund zur Welt gekommen ist. Bei mir war der Blutverlust etwas mehr als hätte nötig sein müssen, also gab es noch eine Infusion und viel Ausruhen, aber nach gut 4 Std. haben wir uns aufgemacht, um endlich heim zu fahren. Die Hebamme war nicht so begeistert, denn sie meinte ich wäre noch ziemlich blass, aber ist kein Wunder: seit 1. 30 Uhr munter, kaum was gegessen, viel Blut verloren, dann die Schmerzen und erst gegen 16 Uhr wieder nach Hause können, da kann man schon fix und fertig aussehen 😉

Aber empfehlen kann ich sie alle mal, waren diesmal mit einer super tollen Hebamme betreut, einer tollen Ärztin und mein Mann konnte von Anfang an dabei sein 🙂 Das beste war sein Gejammer zwischendurch – ich bin müde, mir tun die Beine weh, ich kann nicht sitzen, ich habe Hunger….. typisch Mann 😉 ich lag ja nur in den Wehen 🙂

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10 Kommentare zu „Unsere dritte Geburt – wieder etwas schlauer geworden :)

  1. Vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast, von deinen Erfahrungen so ausfürhlich zu berichten.
    Schön, dass ihr gesund seid und weiterhin alles Gute für euch.
    LG Andrea
    P.S. Die Fotos von euren Kindern (auch auf den anderen Seiten) sind ganz bezaubernd.

    Gefällt 1 Person

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